über Bildungspartner

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo ist Schirmherr der Bildungspartnerschaft

Im Bildungspartner-Förderprogramm der HERMANN GUTMANN STIFTUNG wollen 18 Bildungsprojekte aus Grund- und Mittelschule, Realschule, Gymnasium und Universität miteinander und voneinander lernen, indem sie die gemeinsame Vision in den Einrichtungen umsetzen:

Lernen stärken als

– forschend-entdeckendes – aktiv-selbstbestimmtes – lebensnah-praktisches – individualisierendes und kooperatives Lernen

die Bildungspartnerschaft  als Werkstatt gemeinsamen Lernens verstehen durch

– Anregung und gegenseitige Hilfe – Mut und Zuversicht – Vertrauen in die Entfaltung von Potenzialen – Austausch, Impulse und Angebote zur Selbststeuerung

Das Förderprogramm wird von Dr. Petra Hiebl (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) wissenschaftlich begleitet und  hat nun auch einen begleitenden Schirmherrn: den bayerischen Kultusminister Prof. Dr. Piazolo.  Die Bemühungen der Bildungspartner werden durch die Übernahme der Schirmherrschaft durch den Minister anerkennend aufgewertet.

Kultusminister Prof. Dr. Piazolo (© Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus)

Förderprogramm

Bildungspartner-Förderprogramm

Zielsetzung der Bildungspartnerschaft

Im Rahmen des Bildungspartner-Programms hat die Stiftung außerwählte Bildungseinrichtungen mit besonderem Entwicklungsprofil zu einer Bildungspartnerschaft eingeladen, die auf einer Kooperationsvereinbarung beruht. In einem vorgegebenen Zeitrahmen soll schulartübergreifend mit unterschiedlichen Bildungsprofilen ein „Miteinander voneinander lernen“ umgesetzt und dessen Erfolgs-Bedingungen wissenschaftl. erfasst, bewertet und veröffentlicht werden.

Aufgaben der Stiftung „miteinander voneinander lernen“

  • Auswahl der Bildungspartner
  • Beratung der Bildungspartner
  • Vernetzung der Kooperationspartner und Organisation des regelmäßigen Austausches
  • Veröffentlichung der Ergebnisse der Bildungsentwicklungen
  • Veröffentlichung der Teilnehmerdaten und des Bildungspartner- Programms auf der Stiftungs-Homepage
  • Bereitstellung finanzieller Mittel für individuelle Entwicklungshilfen und den Austausch der Bildungspartner (nach Stiftungsermessen)

Kooperationsrahmen: „ miteinander voneinander lernen“

  • nachhaltige Begleitung von Schulentwicklungsprozessen verschiedener Schularten
  • schulartübergreifender Austausch der Entwicklungsprofile im Kooperationsverbund
  • Vernetzung „Bildungspartnerschaft im Internet“
  • Beratung und Hospitation der Kooperationspartner
  • wissenschaftliche Begleitung
  • Veröffentlichung der Entwicklungsprozesse
  • ideelle und finanzielle Unterstützung durch die Stiftung

Die gegenwärtigen Bildungspartner

Grundschule Emskirchen (IdeenReich) | Grundschule Treuchtlingen (Lern-, Lese- und Umweltwerkstatt) | Grundschule Kirchensittenbach (Schule als Lernwerkstatt) | Grund- und Mittelschule Sperberstr., Nürnberg (Werkstatt Sprachförderung) | Grund- und Mittelschule Bechhofen (Lebenswerkstatt Schule) | Grund- und Mittelschule Liebfrauenhaus, Herzogenaurach Schule als (Lern- und Forscherwerkstatt) | Spalatin Grund- und Mittelschule , Spalt (Werkstatt Fragen-Forschen-Entdecken) | Mittelschule Zirndorf (Mit digitalen Medien zur neuen Lernkultur) | Eichendorff-Mittelschule, Erlangen (Ganztagsschule als zeitgemäßer Bildungsort/ Lernbüroarbeit) | Mittelschule St. Leonhard, Nürnberg (Inklusion und individuelle Förderung) | Mittelschule Weißenburg (Werkstatt individuelles Lernen) | Willstätter Gymnasium, Nürnberg (Schülerforschungszentrum) | Gymnasium Wendelstein (Lern- und Forscherwerkstatt) | Albrecht-Ernst-Gymnasium, Oettingen (selbstbestimmt Lernen in Lernlandschaften) | Fachakademie für Sozialpädagogik Rummelsberg (Lernwerkstatt Medienpädagogik; Fachakademie als Lernwerkstatt) | FAU/EWF Erlangen-Nürnberg/Schulmuseum(Matheland I und Matheland II) | Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Mobile Informatiklernwerkstatt für Vorschule und  Grundschule und Studierende | Realschule Zirndorf (schulartübergreifende Kooperation im MINT-Fachbereich, Ausbau des Tutorensystems)

Vision der Bildungspartner

Im Schlosshotel Reichenschwand fand die erste zweitägige Tagung innerhalb des Bildungspartner-Förderprogramms statt. Aus 18 Bildungsprojekten waren über 50 Teilnehmer dabei, um gemeinsam zu klären, wie ein „Voneinander miteinander Lernen“ im Programmrahmen bis 2020 konkret umgesetzt werden kann.

Wir wollen als Bildungspartner in unseren Einrichtungen

Lernen stärken als

  • forschend-entdeckendes
  • aktiv-selbstbestimmtes
  • lebensnah-praktisches
  • individualisierendes und kooperatives Lernen

uns als Werkstatt gemeinsamen Lernens verstehen durch

  • Anregung und gegenseitige Hilfe
  • Mut und Zuversicht
  • Vertrauen in die Entfaltung von Potenzialen
  • Austausch, Impulse und Angebote zur Selbststeuerung

verabschiedet: Reichenschwand April 2018

Chronik

Bildungspartnerschaft mit 18 Bildungsprojekten besiegelt

Am Liebfrauenhaus in Herzogenaurach wurde der Start für das Bildungspartner-Förderprogramm der Stiftung per Unterschrift der beteiligten (jetzt 18 Bildungsprojekte) besiegelt. Bis zum Jahr 2021 werden die Bildungspartner sich miteinander austauschen und vernetzen, gegenseitige Hospitationen und Fortbildungen ermöglichen und von der Stiftung dabei auch begleitet werden. Alle beteiligten Projekte haben einen individuellen Bildungsschwerpunkt, der von der Stiftung gefördert und unterstützt wird. Die beteiligten 18 Projektleiter unterzeichneten in Herzogenaurach einen Kooperationsvertrag, der eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Schularten und Bildungseinrichtungen mit Hospitationsmöglichkeiten und Erfahrungsaustausch in Aussicht stellt. Die Projektentwicklungen werden wissenschaftlich begleitet und bis 2021 umfassend veröffentlicht.

Bereits im November 2017 trafen sich alle Bildungspartner an der Katholischen Universität Eichstätt zur ersten gemeinsame Runde mit der wissenschaftl. Begleiterin  Frau Dr. Petra Hiebl. Eine erste Weichenstellung für das gemeinsame Bildungsbemühen.

Bildungsspartner besiegeln die Kooperation mit der Stiftung und der Regierung von Mittelfranken

Fortbildungswerkstatt

Fortbildungswerkstatt zum Thema „Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung“

Die Werkstatt „Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung: fördern, beteiligen dialogisch reflektieren“ ist ein Format der Deutschen Schulakademie, die von Praktikerinnen und Praktikern aus Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises geleitet und moderiert wird und in der, themenorientiert, wissenschaftlicher Input die Richtung vorgibt.

Mit der Einführung des neuen Lehrplans an bayerischen Schulen wird der Fokus des Lernens und der Leistungsbeurteilung auf die Vermittlung von Kompetenzen gelegt und damit verändert sich der Blick auf Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung zwangsläufig. So stehen die Schulen einerseits vor einer neuen Herausforderung, den vielfältigen Kompetenzen gerecht zu werden, andererseits aber auch vor einer großen Chance, die Spielräume zu erkennen, zu nutzen und die Kinder und Jugendlichen auf ihrem schulischen Weg so zu begleiten und zu fördern, dass sie mündig und resilient werden.

Schülerinnen und Schüler zum Lernen zu motivieren – das ist eine der größten Herausforderungen für Lehrkräfte, vor allem dann, wenn Noten und Prüfungsformate das Bulimielernen befördern.

Schule so zu gestalten und zu verändern, dass Lernen Saß macht, die natürliche kindliche Neugierde erhalten bleibt und geweckt wird, das forschende Lernen selbstverständlicher Bestandteil des täglichen Unterrichtsgeschehen ist, um hier nur einiges zur nennen,  ist das gemeinsame Anliegen der Deutschen Schulakademie und der Hermann Gutmann Stiftung mit ihrem Bildungspartnerprogramm. So startete der Werkstatt-Durchgang „Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung“ am 02.12.2019 mit seinem ersten Baustein, in dem man sich inhaltlich vertieft mit dem Verständnis von Lernen, Lernumgebungen und Umgang mit Vielfalt beschäftigte –ein Durchgang mit insgesamt 17 Schulen des Bildungspartnerprogramms in Kooperation mit den beiden genannten Institutionen, der Regierung von Mittelfranken und Ministerialbeauftragten/Mittelfranken von Gymnasien und Realschulen.

Fünf jeweils zweitägige Bausteine umfasst die Werkstatt, auf ungefähr zwei Jahre verteilt, und so werden die teilnehmenden Schulen langfristig in ihrem Schulentwicklungsbestreben begleitet und unterstützt. Die Zielsetzung der Werkstatt ist, für die beteiligten Schulen passgenaue Instrumente und Verfahren einer auf Schülerinnen und Schüler wie Elternbeteiligung setzenden Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung zu entwickeln und in ihrer schulischen Implementierung und kollegialen Erprobung zu begleiten. Daneben werden Fördermodule und Beratungskonzepte ebenfalls Gegenstand der Zusammenarbeit in der Werkstatt sein, so dass der Fokus der Veränderung über den Unterricht hinausgeht und Fragen der Schulentwicklung sowie der Lehrer- und Lehrerinnenprofessionalisierung miteinschließt.

Der zweite Baustein der Werkstatt, über den wir hier ausführlicher berichten wollen, wurde am 17. und 18.2.2020 in der Fortbildungsstätte Kloster Schwarzenberg durchgeführt und hatte die Themenschwerpunkte Leistung, Resilienz, Leistungsbeurteilung und Reflexion der gängigen Beurteilungspraxis.

Spannend war die Sequenz, in der die Teilnehmenden durch die Mentimeter-Methode eingeladen wurden, sich interaktiv damit auseinanderzusetzen, was sie unter Leistung verstehen. Es zeigte sich eindrucksvoll ­und – in Echtzeit –, dass der Leistungsbegriff vielfältig und sehr unterschiedlich gefüllt ist, und auch die Frage, wie man Schüler und Schülerinnen zu Leistungen motivieren kann, offenbarte ein breites Meinungsspektrum. Genauso eindrucksvoll war aber auch, dass bestimmte Begriffe und Vorstellungen auch mehrheitlich von den Teilnehmenden geteilt wurden.

Der wissenschaftliche Impulsvortrag von Frau Professor Dr. Silvia-Iris Beutel mit dem Titel „Lernbegleitung-Leistung-Leistungsbeurteilung-Mehr als Noten“ gab dann so viel Input, dass die anschließende Arbeit in den schulgemischten und später auch schulinternen Gruppen entlang von Leitfragen­ (Welche Anregungen entnehmen wir dem Vortrag? Welche Formen der Leistungsbeurteilung werden an unseren Schulen praktiziert? Wie können wir  Lernen und Leistung sichtbar machen? Wie können wir unsere Schüler*innen stärken?) sehr ergebnisreich war.

 

Am zweiten Tag lag der Fokus auf Leistungsbeurteilung, Feedbackkultur und auf der Frage, wie wir unsere Schülerinnen und Schüler stark machen können.

Am besten lässt sich darüber reflektieren, wenn man selbst dazu Erfahrung macht, und deshalb wurde der Raum so umgestaltet, dass eine unfreundliche Prüfungssituation erlebt werden konnte, strickte Einzelarbeit war angesagt, Sichtschutz zwischen den Teilnehmern*innen wurde aufgebaut, um ein Abschreiben zu verhindern und die Plätze wurden über Losnummern verteilt. Ein Legoturm sollte erstellt werden, alle vorhandenen Steine mussten verbaut werden, ein Protokoll war anzufertigen.

Alles war unter Zeitdruck zu erledigen, und die praktische Arbeit wie auch das Protokoll wurde über einen vorbereiteten Beurteilungsbogen beurteilt, ohne dass die zu Beurteilenden an dem Beurteilungsprozess beteiligt wurden. Die Betroffenheit über die scheinbar willkürliche Beurteilungspraxis, die auch als ungerecht empfunden wurde, auch die Frustration bei einzelnen war nicht nur deutlich zu spüren, sie erinnerte alle an täglich erlebte Situationen mit Schülerinnen und Schüler im Schulalltag.  

Wissenschaftliche Impulse, sensibilisierende Selbsterfahrungen, der Austausch mit anderen Schulen und die Zeit für die konzeptionelle Arbeit in den schulinternen Gruppen führten dazu, dass die Schulgruppen beeindruckende Vorhaben formulierten, die sie auch in Meilensteilplänen festhielten, um sie in ihre Schulen zu tragen.